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Kurkuma - was steckt hinter der Wunderwurzel

von Stefanie B.

Kurkuma ist das Gewürz, Curcumin sein zentraler Wirkstoff. Die Herausforderung: geringe Bioverfügbarkeit. Sie lässt sich durch ölbasierte/emulgierte Formulierungen und ggf. Piperin (Schwarzer Pfeffer) deutlich verbessern; Einnahme ideal mit fetthaltiger Mahlzeit. Klinisch am besten untersucht sind Kniearthrose-Symptome (Schmerz/Funktion); für andere Bereiche ist die Evidenz vielversprechend, aber heterogen. Insgesamt gilt Curcumin als gut verträglich, jedoch kann Piperin Arzneiwechselwirkungen verstärken. Achte auf transparente Curcuminoid-Gehalte und Laboranalysen.

Image by Jellybee

Kurkuma vs. Curcumin – was ist was?

  • Kurkuma ist die Wurzel (Gewürz). Sie enthält Curcuminoide (v. a. Curcumin, Demethoxy- und Bisdemethoxy-curcumin) sowie ätherische Öle (z. B. Turmerone). Curcumin ist der wichtigste gelbe Farbstoff/Leitwirkstoff, macht im Gewürz aber nur wenige Prozent aus (typisch ca. 2–5 %). Aus normaler Küchenanwendung allein erreicht man die in Studien eingesetzten Curcuminmengen daher kaum. 

Warum Curcumin oft „schwer verfügbar“ ist

  • Curcumin ist schlecht wasserlöslich, wird im Darm nur gering absorbiert, in der Leber rasch glukuronidiert und wieder ausgeschieden – die orale Bioverfügbarkeit ist deshalb niedrig. Formulierungen, die Löslichkeit/Verweildauer verbessern (Öl-Emulsionen, Phospholipid-Komplexe, Nanopartikel/Mizellen), erhöhen messbar Blutspiegel/AUC. 

Schwarzer Pfeffer / Piperin – was bringt die Kombination?

  • Piperin (aus Schwarzem Pfeffer) kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin deutlich erhöhen: In einer Humanstudie stieg sie nach 2 g Curcumin plus 20 mg Piperin um etwa 2000 % (nach 45 Min.)

  • Gleichzeitig hemmt Piperin CYP3A4 und P-Glykoprotein – dadurch sind Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneien möglich (z. B. veränderte Wirkstoffspiegel). Wer Medikamente einnimmt, sollte kombinierte Präparate nur nach Rücksprache verwenden. 

Was zeigt die Studienlage?

  • Schmerz/Arthrose: Systematische Übersichten/Netzwerk-Metaanalysen finden für Kurkuma-/Curcumin-Produkte klinisch relevante Verbesserungen bei Knie-OA-Schmerz und -Funktion gegenüber Placebo; teils vergleichbar mit NSAIDs (bei besserer GI-Verträglichkeit), wobei die Qualität/Größe der Studien variiert. 

  • Breitere Indikationen: Präklinisch und in kleineren RCTs wurden entzündungsmodulierende/antioxidative Effekte gezeigt; die Übersetzung in harte klinische Endpunkte ist je Indikation uneinheitlich. Behörden wie die EFSA sehen für spezifische Gesundheitsclaims (z. B. „Gelenkfunktion“) keinen gesicherten Ursache-Wirkungs-Nachweis. 

Einnahme, Formen & Dosierung

  • Form macht den Unterschied: Öl-basierte, emulgierte oder phospholipid-gebundene Curcumin-Formen zeigen konsistent höhere Blutspiegel als Pulver. Mit fetthaltiger Mahlzeit einnehmen (Carotinoid-Logik). Tropfen (ölgelöst) und Softgels (ölgefüllt) verfolgen dasselbe Prinzip – entscheidend ist die Formulierung, nicht die Darreichungsform an sich. 

  • Richtwerte aus Studien: Häufig verwendet werden ≈ 500–1500 mg Curcuminoide/Tag (je nach Formulierung). Küchen-Kurkuma enthält nur wenige % Curcumin – Supplemente sind nötig, wenn man Studiendosen anstrebt. 

Sicherheit & Vorsicht

  • Kurkuma/Curcumin gelten meist gut verträglich; typische Nebenwirkungen sind milde GI-Beschwerden. Die EFSA bewertete Curcumin (E100) als Farbstoff mit einem ADI von 3 mg/kg KG/Tag (Additiv-Kontext). Personen mit Gallensteinen, Lebererkrankungen, in Schwangerschaft/Stillzeit oder unter Antikoagulation sollten vorab ärztlich beraten werden. Piperin-haltige Produkte können Arzneiwechselwirkungen verstärken (s. o.). 

Praxis-Check (kurz & konkret)

  • Ziel „max. Aufnahme“ → gut formulierte Öl-/Emulsions-Systeme wählen (mit oder ohne Piperin – je nach Medikamentenliste).

  • Mit Fett einnehmen; auf Transparenz zu Curcuminoid-Gehalt (z. B. „95 % Curcuminoide“) und Laboranalytik achten.

  • Piperin ja/nein?: Ja, wenn keine kritischen Medikamente – Nein/ärztlich prüfen, wenn relevante CYP3A4/P-gp-Substrate eingenommen werden.

Kurkuma ist das Gewürz; Curcumin der Hauptwirkstoff. Die Bioverfügbarkeit ist der Flaschenhals – sie lässt sich durch Formulierung (Öl/Emulsion/Phospholipide) und ggf. Piperin deutlich verbessern. Klinische Evidenz ist am stärksten für Kniearthrose-Symptome; für viele andere Anwendungsfelder ist sie vielversprechend, aber uneinheitlich.

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